
Erklärung des XX. Internationalen Antiimperialistischen und Antifaschistischen Jugendlagers
Kopenhagen, Dänemark, August 2006
Seit der ersten Konferenz der europäischen Bildungsminister im Jahre 1999
gab es zahlreiche Angriffe auf die Freiheit und das Wesen der Bildung
sowie ihre Einrichtungen in ganz Europa:
1. Alle Bildungseinrichtungen sollen in Unternehmen umgewandelt
werden, die sich im ständigen Wettkampf um Gelder und Studenten gegenüberstehen sollen.
Sie sollen die Studierenden nach ihren eigenen Kriterien auswählen.
Ihr Erfolg soll sich nach der Fähigkeit messen, so viel hochqualifiziertes Personal
hervorzubringen, wie der Markt es gerade fordert.
2.Alle Studiengänge sollen von einem Zentralorgan bestätigt werden.
Die Studiengänge, die für den Markt keine Relevanz haben,
sollen von der Hochschullandschaft verschwinden.
Dies ist Ausdruck der Instrumentalisierung der Bildung.
3. Das neue „credit-point system“ hat nur das Ziel, reiche Eliten zu schaffen.
Dies pervertiert den Sinn der Bildung.

Thema: Widerstand der französischen StudentInnen und ArbeiterInnen gegen die CPE-Gesetze
4. Die neuen Reformen sollten angeblich das Ziel haben, Studierenden
und Lehrkörpern mehr Entscheidungs- und Mitgestaltungsrecht zu gewähren.
Jedoch ist nichts dergleichen geschehen.
Ferner werden alle Entscheidungen getroffen, ohne die Meinungen dieser
Gruppen zu berücksichtigen.
5. Studiengebühren machen Bildung zu einer Ware, die nur denjenigen zugänglich
ist, die sie sich leisten können. Dies vergrößert die Kluft in der Gesellschaft.
Die Ungerechtigkeit erweitert sich auch hier.
Studentenbewegung: Türkey, Deutschland, Dänemark
Wir fordern:
1. Bildung muss ein unveränderbares Grundrecht sein
2. Bildung muss unentgeltlich, laizistisch und frei von jeglicher
zeitlichen oder räumlichen Beschränkung sein.
3. Der Zugang zur Bildung muss jedem unabhängig von Klasse,
Ethnie oder Geschlecht gewährt werden.
4. Bildungseinrichtungen müssen freie und autonome Institutionen sein,
anstatt zu Unternehmen umgewandelt zu werden.
5. Nur eine antiimperialistische und antifaschistische Bildung ist eine freie Bildung.
Die Notwendigkeit der Koordination der Kämpfe der Jugend in Europa wächst von Tag zu Tag.
Die Bologna-Reform ist ein Angriff auf alle fundamentalen Rechte aller Studierenden in Europa.
Wir halten es für wichtig ein Netzwerk zu schaffen,
um den Widerstand auf europäisches Niveau anzuheben.
Wir wissen, dass alle Kämpfe ein gemeinsames Ziel haben: den Kampf
gegen die Europäische Union und ihre ultra-liberale Politik.
Weil die Kämpfe in allen Ländern der Europäischen Union geführt werden müssen,
ist es notwendig, dass man eine gemeinsame Perspektive, eine gemeinsame Botschaft besitzt.
Wir müssen diese nicht nur in die Universitäten tragen,
sondern auch in die immer weiter verarmende, arbeitende Jugend,
also die ganze Jugend Europas.
Verbreitet unsere Überzeugung, dass der Kampf effektiv
koordiniert werden muss, um möglichst machtvoll zu sein.
Die Kraft der Jugend liegt in ihrer Einheit!!!

Siehe auch
Abschlusserklärung des XX. Internationalen Antiimperialistischen und Antifaschistischen
Jugendlagers
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